Sonntag, 29. Dezember 2013

Heimlichkeit & Staunen

Es sind die Gratwanderungen, die ermüden. Wenn man sich an den Abgründen des Vergessens entlang hangelt, ahnt man nicht, wieviel Wegstrecke man schon hinter sich gebracht hat. Die unsichtbaren Netze, die sich über die gelebte Erinnerung spannen, geben nur vor, einen aufzufangen. Drei oder vier Fingerabdrücke genügen, um in Panik zu verfallen. Man hinterläßt Spuren, wo keine Liebe hingelangt.

Das Feuer machte ihm keiner Nach

Von Martin Holz


'Das Feuer machte ihm keiner nach' (1) und ich will sehen woher der Rauch kommt über Leipzig - der ehemaligen Kohlestadt. Irgendwo muss er sein, der 'alte Schnakenhascher' (2) und ich folge dem Ruß auf den Wegen dorthin. Hinter einer Landschaft mit ausgeweideten Fabriken und Bahngleisen bündeln sich die dunklen Luftschichten und brechen zusammen in einem Knäuel großmäuliger Plattenbauten: Stadtteil Grünau. Irgendwo dazwischen lese ich Rauchzeichen und ich brauche ihrer Geheimsprache nur zu folgen - in eine Straße mit Zwergenhäusern und dort muss es sein. Das Klingelschild trotzt den fiesen Jahrzehnten, der Rost wäscht die Namen nicht vom Blech: Böhme.

Montag, 11. November 2013

Bruderbande

Rezension zu: Jörg Magenau „Brüder unterm Sternenzelt“ 


Seit dem Tod Ernst Jüngers sind bereits 15 Jahre vergangen. Und noch immer taugen seine Person und sein disparates Schaffen für Kontroversen. Titel wie „Der Kampf als inneres Erlebnis“ (1922) oder „Die totale Mobilmachung“ (1931) sind auch für Bewunderer seiner reifen Prosa mit dieser nur schwer in Einklang zu bringen.

Donnerstag, 7. November 2013

Streuobstwiesen

Vom Finden, Sammeln, Aufbewahren


Noch ein Glossar?

Nach dem Erscheinen des Buches „101 Asservate – Alter Worte Welt“ bekam ich viele Anregungen auf Lesungen, per Post oder per E-Mail: einzelne bedrohte Wörter oder gleich ganze Wortlisten, oft mit dem freundlichen Hinweis, dieses und jenes habe man vermißt, und es gab auch Lücken, die mir selbst ärgerlich schienen, weil ich sie erst zu spät bemerkt hatte.